Null Toleranz gegenüber Antisemitismus
Hochschulen handeln entschlossen
Die Landesrektor_innenkonferenz (LRK) der Hochschulen für Angewandte Wissenschaften (HAW) in Nordrhein‑Westfalen zeigt sich tief besorgt über die gestiegenen Zahlen antisemitischer Vorfälle an nordrhein-westfälischen Hochschulen.
Die aktuellen Daten, die der Leiter der Zentralen Beratungsstelle zu Antisemitismus an Hochschulen in Nordrhein-Westfalen (ZeBA NRW) Andreas Stahl heute in Düsseldorf vorgestellt hat, zeigen, dass antisemitische Vorfälle sowie israelbezogener Antisemitismus an Hochschulen in NRW inzwischen dauerhaft auf einem hohen Niveau sind – und dies weitgehend unabhängig von der Lage im Nahen Osten. Besonders besorgniserregend ist, dass antisemitische Akteurinnen und Akteure an Hochschulen heute deutlich besser vernetzt sind als vor dem 7. Oktober 2023.
„Die Zahlen sind ein Alarmzeichen. Antisemitismus widerspricht den Grundwerten unserer Hochschulen und unserer demokratischen Gesellschaft. Als Hochschulleitungen sagen wir unmissverständlich: An Hochschulen in Nordrhein‑Westfalen darf es keinen Platz für Antisemitismus geben“, sagt Prof. Dr. Frank Dellmann, Mitglied im Vorstand der LRK der HAW in NRW und Präsident der FH Münster.
Meinungsfreiheit ende dort, wo Jüdinnen und Juden oder Menschen, die als „jüdisch“ angesehen werden, angegriffen, entmenschlicht oder bedroht werden. Auch das Existenzrecht Israels dürfe nicht in Frage gestellt werden.
Dellmann: „Als Hochschulen für Angewandte Wissenschaften stehen wir für eine offene, pluralistische und demokratische Wissenschaftskultur – und dafür, dass unsere Hochschulen Orte der Freiheit von Forschung und Lehre bleiben und zugleich sichere Räume für alle Hochschulangehörigen sind. Antisemitische Äußerungen, Symbole, Handlungen und Kampagnen führen zu konsequenten Reaktionen, wo möglich auch hochschul-, dienst-, arbeits- und strafrechtlich.“
Die LRK ruft alle Hochschulangehörigen nachdrücklich dazu auf, Antisemitismus entschieden entgegenzutreten und Vorfälle zu melden. Dies ist neben den Meldewegen innerhalb der Hochschule auch über eine Meldung an die hochschulübergreifende Beratungsstelle ZeBA möglich (www.report-antisemitism.de) und für eine systematische Dokumentation wichtig. Künftig soll eine Meldung online per Button auf jeder Hochschulhomepage noch einfacher möglich sein. Der Hochschulbutton wird aktuell in der Pilotphase an einigen Hochschulen erprobt.
Die LRK macht zudem aufmerksam auf das hochschulübergreifende Fortbildungsangebot des Projekts ‚Israelbezogener Antisemitismus an Hochschulen entgegentreten‘ (IBAS) für Hochschulangehörige.
“Wir stehen dafür, dass unsere Hochschulen Orte der Freiheit von Forschung und Lehre bleiben und zugleich sichere Räume für alle Hochschulangehörigen sind”, sagt Prof. Dr. Frank Dellmann, Präsident der FH Münster und Mitglied im Vorstand der Landesrektor_innenkonferenz der Hochschulen für Angewandte Wissenschaften. Foto: FH Münster



