Austausch über die Zukunft des Wissenschaftssystems

Esther Seng, Generalsekretärin des Wissenschaftsrates, zu Gast bei den NRW-HAW

Über die Zukunft des deutschen Wissenschaftssystems und die notwendigen strategischen Entscheidungen aus Sicht der Hochschulleitungen haben sich die Mitglieder der Landesrektor_innenkonferenz der Hochschulen für Angewandte Wissenschaften (HAW) in Nordrhein-Westfalen am 9. Juli 2026 in ihrer Sitzung in Berlin mit Esther Seng, der Generalsekretärin des Wissenschaftsrates, ausgetauscht.

Der Wissenschaftsrat (WR) hatte im Februar 2026 das Papier ‚Wissenschaft in Deutschland – Perspektiven bis 2040‘ vorgestellt. Angesichts geopolitischer Unsicherheiten, wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Herausforderungen, internationaler Konkurrenz sowie technologischer Umbrüche sind strategische Entscheidungen für die Gestaltung der Zukunft des Wissenschaftssystems zu treffen.

So standen beim Besuch der WR-Generalsekretärin Esther Seng in der Sitzung der Landesrektor_innenkonferenz in Berlin die strategischen Weichenstellungen, die Hochschulen heute vornehmen müssen, um die Zukunft des deutschen Wissenschaftssystems zu gestalten, im Mittelpunkt der Diskussion.

„Wir haben in unserem Papier die Offenheit der Zukunft mit Szenarien illustriert und gerade wegen dieser Offenheit darüber nachgedacht, welche Erwartungen Wissenschaft erfüllen sollte, unabhängig davon, wie genau die Welt sich weiterentwickelt. Und auch deswegen haben wir ein Zielbild für das Jahr 2040 beschrieben, in dem Deutschland seine Stellung als weltweit anerkannter Wissenschaftsstandort behaupten und ausbauen kann. Dabei spielen eine freie, erkenntnisgetriebene Forschung, starke Innovationsprozesse und eine Wissenschaft, die deutlich sichtbar Verantwortung für gesellschaftliche Transformationsprozesse übernimmt, eine zentrale Rolle“, erklärte Esther Seng.

Im Gespräch mit den Hochschulleitungen wurde unter anderem erörtert, wie die Profile der Hochschulen für Angewandte Wissenschaften im Spannungsfeld von regionaler Verantwortung und globaler Wettbewerbsfähigkeit weiterentwickelt werden können.

„Aus unserer Sicht bildet das WR-Papier einen guten Orientierungsrahmen für die eigene strategische Planung. Unsere Aufgabe als HAW ist es, unsere besonderen Stärken – die enge Verzahnung von angewandter Forschung, praxisnaher Lehre und regionaler Verankerung – gezielt in das sich wandelnde Wissenschaftssystem einzubringen“, so Prof. Dr. Bernd Kriegesmann, Vorsitzender der nordrhein-westfälischen Landesrektor_innenkonferenz der HAW. Die LRK werde sich auch künftig für die hochschulpolitischen Rahmenbedingungen einsetzen, die die Hochschulen brauchen, um sich zukunftsfest zu machen und ihren Beitrag in einer freien Gesellschaft leisten zu können.

Bernd Kriegesmann bedankte sich bei der WR-Generalsekretärin für ihren Besuch und das anregende Gespräch. „Der direkte Austausch mit Frau Seng hilft uns, die langfristigen Perspektiven klarer zu sehen und unsere strategischen Entwicklungen daran auszurichten“, sagte Kriegesmann.

Auf dem Foto sieht man 19 Personen, die sich auf einer Treppe aufstellen.

Die Rektorinnen und Rektoren sowie Präsidentinnen und Präsidenten der nordrhein-westfälischen Hochschulen für Angewandte Wissenschaften (HAW) kamen nach ihrem Gespräch mit Esther Seng zum Gruppenfoto zusammen. Vordere Reihe von links nach rechts: Prof. Dr. Sigrid Graumann, Esther Seng, Prof. Dr. Marion Halfmann, Prof. Dr. Bernd Kriegesmann. Zweite Reihe: Prof. Dr. Barbara Schermaier-Stöckl, Prof. Dr. Staude Susanne, Prof. Dr. Edeltraud Vomberg, Prof. Dr. Claudia Bornemeyer, Prof. Dr. Oliver Locker-Grütjen. Nächsthöhere Stufenreihe: Prof. Dr. Frank Dellmann, Prof. Dr. Susanne Meyer, Prof. Dr. Ingeborg Schramm-Wölk, Prof. Dr. Sylvia Heuchemer. Hintere Reihe: Prof. Dr. Dr. Dr. Alexander Prange, Prof. Dr. Thomas Ritz, Prof. Dr. Jürgen Krahl, Martin Bornträger, Prof. Dr. Tamara Appel und Prof. Dr. Andreas Wytzisk-Arens. Foto: Hochschulen NRW/Krüger