Kürzungen bremsen Innovationen und Wertschöpfung aus
Die aktuellen Kürzungen im Bereich Forschung und Transfer des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) schaden doppelt: Sie treffen unmittelbar auf Finanzierung angewiesene Forscherinnen und Forscher, die an Lösungen für morgen für morgen arbeiten wollen, und sie verhindern zugleich, dass aus wissenschaftlichen Erkenntnissen neue Produkte, Dienstleitungen, Arbeitsplätze und gesellschaftlicher Fortschritt entstehen. Gerade kleine und mittlere Unternehmen, Start-ups und Hochschulen für Angewandte Wissenschaften können risikoreiche, langfristige oder besonders innovative Vorhaben häufig nicht allein finanzieren. Werden Fördermittel gekürzt, können Projekte nicht starten, müssen angepasst oder gar abgebrochen werden.
Das BMFTR hat am 16. Oktober 2026 darüber informiert, dass die Bundesregierung mit dem Kabinettbeschluss zum Haushalt 2027 Einsparungen für den Haushalt 2028 getroffen hat und diese Kürzungen auch die Fördermaßnahme ‚KMU-innovativ: Zukunft der Wertschöpfung‘ betreffen. Aus diesem Grund können zu den Stichtagen am 15. Oktober 2026, 15. April 2027 und 15. Oktober 2027 keine Antragsskizzen eingereicht werden. Dies betreffe auch das ESF-Plus-Programm ‚Zukunft der Arbeit‘, welches Teil des Forschungsprogramms ist.
„Der Schaden entsteht nicht nur bei den unmittelbar Betroffenen, denn Forschung ist kein Selbstzweck. Forschung ist die Grundlage für wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung. Wenn Forschung und Transfer gebremst werden, entstehen Innovationen später oder überhaupt nicht und der Gesellschaft entgehen Wertschöpfung, mögliche neue Unternehmen, qualifizierte Arbeitsplätze, Steuereinnahmen und Wettbewerbsfähigkeit. Das Sparen bei Zukunftsinvestitionen führt dazu, dass langfristig Innovationen, Wachstum und zusätzliche Einnahmen ausbleiben“, erklärt Prof. Dr. Bernd Kriegesmann, Vorsitzender der Landesrektor_innenkonferenz der Hochschulen für Angewandte Wissenschaften (HAW) in Nordrhein-Westfalen.
Hinzu komme, dass Vertrauen und Planungssicherheit leiden, so Kriegesmann. Nach dem Antragsstopp für das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) im Juli 2026, einem Förderprogramm des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWE), erfolge nun der nächste Einschnitt, der Innovationen aus dem Mittelstand und den HAW bremse und die Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und HAW bei Forschung und Technologietransfer behindere.


